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30. August 2018

Abgrenzung

Sowohl im Coaching als auch in der Supervision ist Abgrenzung für meine Klienten oft Thema. Es beschäftigt sowohl Führungskräfte in Unternehmen und Organisationen als auch Mitarbeitenden in Social-Profit-Organisationen. Während allerdings Führungskräfte meinst akzeptieren, dass die Stellenbeschreibung beinhaltet, sich über die Kernarbeitszeit hinaus mit den zu erledigenden Aufgaben zu beschäftigen, erleben es Mitarbeitende in Organisationen, die überwiegend Beziehungsarbeit leisten als Schwäche. Oft besteht der Anspruch an sich selbst, nach Ende der Arbeitszeit  nicht mehr an Arbeit zu denken, auf den Weg nach Hause alle Arbeitsthemen zurück zu lassen. Aus dieser Erwartung an sich selbst und den dazu im Widerspruch stehenden, schwer steuerbaren Denkprozessen entsteht innere Spannung, wird Inkongruenz erlebt. 

In meinen Coaching- und Supervisionsprozessen werbe ich oft dafür, zunächst zu akzeptieren, dass es nun mal so ist, wie es ist. Sich selbst abzuwerten, sich als nicht kompetent bei der als notwendig erachteten Abgrenzung einzuschätzen, ist nicht hilfreich. Natürlich kann es ungesund sein, sich über ein angemessenes Maß hinaus mit Arbeitsprozessen, Konflikten,  Arbeitsbeziehungen und zwischenmenschlichen Spannungen  zu beschäftigen. Und ja, es ist sinnvoll und möglich, Strategien zum Loslassen zu entwickeln. Meines Erachtens ist der erste Schritt zur Entspannung aber die Akzeptanz der bestehenden Realität.

Wenn also der Selbstentwertungsprozess wegen mangelnder Abgrenzung gestoppt ist, dann ist die Notwendige innere Freiheit da, um über weiter Schritte nachzudenken und Handlungen und Haltungen zu verändern. 

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